About Nicole J. Bettlé

This author has not yet filled in any details.
So far Nicole J. Bettlé has created 44 blog entries.

Thukydides und die Furcht der Spartaner

By |2020-02-14T10:18:55+00:00Juni 1st, 2019|AnGSt|

Die Angst ist die wichtigste Triebkraft des Menschen und entscheidet über sein Denken und Verhalten. Davon überzeugt war auch der antike Historiker Thukydides. Sein grösstes Werk dokumentiert den „Peloponnesischen Krieg“ (431-404 v. Chr.), den grössten Krieg in der Geschichte des klassischen Griechenlands – und für manche Wissenschaftler der erste „Weltkrieg“ der Menschheitsgeschichte überhaupt. Als seine Ursache nennt Thukydides die Furcht der Spartaner vor der Athener Konkurrenz. Doch ist das die ganze Angst-Geschichte? […]

Erich Fromm und die Angst vor sozialer Isolierung

By |2020-12-21T07:23:50+00:00Mai 1st, 2019|AnGSt|

Die Angst ist ein Überlebensmechanismus. Ihre Aufgabe ist es, eine gesunde Wechselbeziehung zwischen dem Menschen und seiner Umwelt zu gewährleisten. Wird diese Beziehung gestört und sieht sich der Mensch der ständigen Bedrohung ausgesetzt, erkrankt er irgendwann an ihren biologischen Mechanismen. In den Industrieländern ist die Verbreitung von Ängsten Machtfaktor und Geschäft zugleich. Die „Massen“, ihre „Meinungen“ und ihr „Verhalten“ sollen schliesslich gezielt manipuliert und gesteuert werden. Nach Erich Fromm appellieren alle diese Ängste an die Hauptangst des modernen Menschen: die Angst vor sozialer Ausgrenzung. […]

Hexenangst (5/5) – Saturns Kinder

By |2021-03-29T10:18:27+00:00Januar 20th, 2019|AnGSt|

Der Planet Saturn ging als Patron der Hexen aber auch der Melancholiker und Faulpelze in die Geschichte ein. Seine Deutung beeinflusste nicht nur das Hexenbild, sondern definierte auch den “bösen Menschen”. Die „Kinder des Saturn“, wie sie bereits die Zeitgenossen nannten, waren sozial Auffällige oder gesellschaftlich Geächtete, die dem Glauben nach vom „Melancholieteufel“ beherrscht werden und daher zur Kriminalität, Depression, Wahnsinn und Selbstmord neigen. Die modernen Ansichten über Straftäter, Arme und psychisch Kranke bauen auch heute noch auf der Saturn-Vorstellung auf. […]

Hexenangst (4/5) – Kinder des Bösen

By |2021-03-29T10:14:45+00:00Januar 5th, 2019|AnGSt|

Der „Weltangst“ entsprang nicht nur die Vorstellung von einem Diesseits, in dem der Mensch Zeit seines Lebens vom Bösen, Feindlichen und Dämonischen bedrängt wird, sondern auch ein sehr pessimistisches Kindbild. Zwar betrachteten die Theologen und Juristen das Kind als besonders gefährdet und schutzbedürftig. Ihr Kindbild kannte jedoch auch die Vorstellungen vom „bösen Kind“, das von Geistern und Dämonen besessen ist oder als fleischgewordene Teufels- und Hexenbrut, unersättlicher Wechselbalg, rachelüsterner Wiedergänger, Teufel in Kindgestalt, Wahrsager, Prophet, Geisterbeschwörer, Sodomit, Ketzer, Zauberer und Hexe in Erscheinung treten kann. […]

Hexenangst (3/5) – Boshafte Kreaturen

By |2021-03-29T10:09:25+00:00Dezember 22nd, 2018|AnGSt|

Die Hexenvorstellung ist ein archetypisches Feindbild, das einer uralten Menschenangst entsprang. Es kann problemlos auf jeden Gegner projiziert werden und lässt immer genügend Spielraum für weitere Interpretationen zu. Kein Wunder, konnte der Vorwurf der Hexerei daher auch jeden treffen, jeden Mann, jede Frau und jedes Kind. Tatsächlich definierten sich die historischen Hexen nicht durch ihr Geschlecht oder Alter, sondern vor allem durch ihren gesellschaftlichen Stand. Vor Gericht wurde ihnen fast immer zweierlei vorgeworfen: ein boshaftes Wesen und die Fähigkeit Schadenzauberei zu betreiben. […]

Hexenangst (2/5) – Gefallene Engel

By |2021-03-29T10:06:21+00:00Dezember 10th, 2018|AnGSt|

Die Ur-Hexe ist ein magisches Wesen, das sich durch die Luft bewegt und seine Gestalt verändern kann. Symbolisch steht sie für die Urängste des Menschen, die Angst vor den Naturgewalten, dem Tod und dem Unheil, die plötzlich, „wie aus heiterem Himmel“ über den Menschen hereinbrechen können. Die Hexe der Christen dagegen weist durchwegs menschliche Züge auf. Sie personifiziert den „Feind“ innerhalb der Christgemeinde, der seine Mitmenschen schädigt und ihnen Böses will. Neu versinnbildlicht sie jedoch auch die Angst vor dem Ungehorsam, der Bosheit und der Sünde. […]

Hexenangst (1/5) – Fliegende Wesen

By |2021-03-29T10:03:08+00:00November 26th, 2018|AnGSt|

Die Hexe symbolisiert seit jeher die Urängste des Menschen. Aus Sicht der Angstgeschichte kennt das Zeitalter der Hexenfurcht daher auch keinen Anfang und kein Ende. Es gab aber einmal eine Zeit, als sie in ganz Europa und darüber hinaus zum Politikum wurde und zu pogromartigen Ausschreitungen geführt hat. Die Reihe Hexenangst gibt einen Einblick in das Hexenthema, das bis heute seine Aktualität nicht eingebüsst hat – und mit Gewissheit auch in Zukunft nicht einbüssen wird. […]

Symbole der Angst (3) – Die Katze

By |2021-03-29T11:48:04+00:00November 11th, 2018|AnGSt|

Seit jeher wird die Katze als ein unheimliches und diabolisches Tier beschrieben, das übernatürliche Kräfte besitzt. Sie kann dem Glauben nach nicht nur Unheil bringen und in die Zukunft sehen, sie hat auch Umgang mit Teufeln und Hexen. Schon immer hat sich der Mensch Rituale und Geschichten ausgedacht, um seine (Ehr-)Furcht vor den Katzen bewältigen zu können und ihre Magie für sich nutzbar zu machen. […]

Massenpanik der anderen Art

By |2020-10-25T13:07:47+00:00Oktober 30th, 2018|AnGSt|

Am 30. Oktober 1938 brach an der Nordostküste der USA eine Massenpanik aus. Im Radio war gemeldet worden, dass in New Jersey ein Raumschiff gelandet sei und Marsbewohner eine Invasion gestartet hätten. Das Ereignis, das sich am Abend vor Halloween abspielte, ging ins emotionale Gedächtnis der amerikanischen Bevölkerung ein – und schrieb selbst wieder Angst-Geschichte. […]

Wie die Angst den Teufel erfand

By |2020-10-25T13:30:19+00:00September 28th, 2018|AnGSt|

Die Geburtsstätte des Teufelglaubens ist der Nahe Osten. Hier machte sich seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. eine düstere, pessimistische Weltsicht breit, die in der Philosophie und den Religionswissenschaften als „Weltangst“ bezeichnet wird. Popularisiert wurde sie durch die Gnostiker und frühen Christen. Sie haben mit ihren Dämonen- und Geistervorstellungen aber nicht nur das Bild vom Teufel geprägt, sondern auch die Menschheit in „Gute“ und „Böse“ unterteilt. […]

Die Maori und die Angst

By |2019-10-20T05:36:45+00:00September 14th, 2018|AnGSt|

Die Angst hat ein Janusgesicht. Einerseits ist sie das „freudige“ Aufgeregtsein und das „drängende Verlangen“ nach etwas oder jemandem. Andererseits ist sie das „beunruhigende“ Aufgeregtsein, das den stets drohenden Tod erahnen lässt. Die frühen Naturvölker kannten das Doppelgesicht der Angst noch. Auch die Maori, deren polynesische Vorfahren vor ungefähr 6‘000 Jahren von Südostasien aus aufbrachen und den pazifischen Raum eroberten, besassen noch das natürlich-ganzheitliche Angstverständnis. Es offenbart sich in ihrer religiösen Vorstellungswelt, ihren kulturellen Ritualen und in ihrer Sprache. […]

Liebesangst – Von Kopf bis Fuss auf Liebe eingestellt

By |2019-09-09T06:29:20+00:00August 31st, 2018|AnGSt|

Wenn Amors Pfeil ins Schwarze trifft, macht sich nicht nur das Herz, sondern auch die Angst bemerkbar. Der Körper befindet sich plötzlich im Ausnahmezustand. Nur ein kurzer Blick zur geliebten Person hin und schon fängt das Herz zu „rasen“ an, es „verschlägt“ einem der „Atem“, die Knie „zittern“ und der „Angstschweiss“ bricht aus. Vor allem am Beispiel der Liebesliteratur lässt sich zeigen: angstauslösende Reize können durch und durch lustbetont sein. Kein Wunder, bedienen sich ihre Schöpfer seit Jahrhunderten am Wortschatz der Angst, um das Innenleben von Verliebten darzustellen und beim Publikum die „grossen Gefühle“ zu wecken. […]

1. Weltkrieg (5/5) – Angstneurosen und Invalidität

By |2019-09-08T07:58:02+00:00August 17th, 2018|AnGSt|

Die Invaliden und Kriegsneurotiker brachten den Schrecken des Weltkriegs in ihre Heimat. Das Bild des Gegners wurde zusehends durch ein neues Feindbild ersetzt, das kaum mehr menschliche Züge aufwies. Für die Öffentlichkeit und Behörden stellten die Kriegsgeschädigten eine der grössten Herausforderungen dar, zerstörten sie doch das heroische Selbstbild der eigenen Nation. In der Auseinandersetzung mit ihnen spiegelt sich die kollektive Angst vor der Sinnlosigkeit des geführten Krieges wider, die alle europäischen Gesellschaften von Beginn des Ersten und bis Ausbruch des Zweiten Weltkriegs beherrscht hat. […]

1. Weltkrieg (4/5) – Waffenschreck und totale Vernichtung

By |2020-10-25T16:56:20+00:00August 3rd, 2018|AnGSt|

Ausgerechnet diejenigen Nationen, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts als die zivilisiertesten bezeichneten, haben den Ersten Weltkrieg geführt. Sie alle stockten jahrzehntelang ihre Arsenale auf, um für diesen „Grossen Krieg“ gerüstet zu sein. Und sie alle hatten nur das eine Ziel: zur ultimativen Grossmacht Europas aufzusteigen und die Industrialisierung des eigenen Landes voranzutreiben. Doch aus dem „kurzen“ Entscheidungskrieg, den alle herbeigesehnt hatten, wurde letztlich der „totale“ Krieg, der ganze Generationen vernichtete. Während die Infanteristen an der Front wie „am Fliessband“ starben, beschäftigten sich die Führungseliten nur mit zweierlei Hauptfragen: Wer kann mehr „Menschenmaterial“ opfern? Wer hat die besseren Waffen, [...]

1. Weltkrieg (3/5) – Die Angst vor Spionen und der Femme fatale

By |2020-10-25T15:17:33+00:00Juli 20th, 2018|AnGSt|

Die Kriegsrealität wird durch Verdacht und Misstrauen beherrscht. Ihnen voraus geht die Angst vor einem Verrat oder einer Täuschung. Aktiviert die Angst den Menschen, wird er aufmerksam. Automatisch sucht er nach dem Auslöser für seine Furcht. Ist er ausgemacht, gilt es, entweder vor ihm zu flüchten oder ihn zu konfrontieren. Was aber, wenn der Auslöser „unsichtbar“ bleibt? Was, wenn es sich bei ihm nur um eine „gesichtslose“ Idee handelt, die einem in den Kopf gepflanzt wurde? Dann kann der „Feind“, der einen verraten oder täuschen will, jedes Gesicht annehmen – auch das des Nachbarn oder der eigenen Ehefrau. […]