Montesquieu und das Prinzip “Furcht” im despotischen Regime

Charles-Louis de Montesquieu gilt nicht nur als wichtigster geistiger Vater der amerikanischen Verfassung, sondern auch bedeutendster Wegbereiter der Französischen Revolution. Sein Kampf gegen die Willkürherrschaft des Absolutismus‘ mündete in der Lehre von der Verteilung der politischen Macht. Sie fand in einer Unzahl moderner Verfassungen ihren Niederschlag. In allen seinen Werken stand die Despotie im Mittelpunkt, die ihre Kraft aus der Angstverbreitung bezieht und heute als Vorläuferin der Diktaturen betrachtet wird. Er war davon überzeugt, dass vor allem Demokratien in Gefahr sind, in eine solche abzudriften.

 

Montesquieu und sein Zeitalter
Charles-Louis de Montesquieu

Abb. 1) Charles-Louis de Montesquieu.

Die Menschheitsgeschichte setzt sich aus einer Anreihung von Krisenzeiten zusammen. Das Zeitalter von Charles-Louis de Montesquieu war ebenfalls eine solche Angstzeit. Die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts war in Frankreich durch die Regierung des „Sonnenkönigs“ Ludwigs XIV. geprägt. Sie zeichnete sich durch eine nie dagewesene Machtkonzentrierung aus, die sich allen Kontrollen entzog und in der Zentralisierung bemerkbar machte. Die Macht- und Prachtentfaltung seines Hofes löste nicht nur grosse gesellschaftliche und wirtschaftliche Krisen aus, sondern ging auch mit einer Entmachtung des Adels und der Stände einher, die seine Herrschaft verfassungsrechtlich eigentlich einschränken sollten.

Montesquieu, dessen eigentlicher Nachname de Sécondat war (der Name Montesquieu verweist auf die Herrschaft, in die er geboren wurde), erblickte am 18. Januar 1689 im Château de La Brède das Licht der Welt. Als junger Mann absolvierte er ein juristisches Studium und erlangte die Lizenz als Advokat beim Parlament von Bordeaux. Hier erwarb er 1714 auch eine Ratsstelle im „parlement“. Dank seines Adelstandes (er hatte den Titel eines Barons inne) und eines stattlichen Vermögens war es ihm möglich, sich ganz der geistes- und naturwissenschaftlichen Forschung hinzugeben. 1728 begab er sich auf eine einjährige Studienreise nach Österreich, Deutschland, Italien, Ungarn und in die Niederlande. Ihr schloss sich ein zweijähriger Aufenthalt in England an, wo er sich intensiv mit der englischen Staatsverfassung beschäftigte, die sein Wirken besonders stark beeinflussen sollte. Am 10. Februar 1755 starb Charles-Louis de Montesquieu in Paris.

Dass sich Montesquieu mit dem Verfassungsrecht und der absolutistischen Herrschaftsmacht seiner Zeit auseinandersetzte, ist vor allem auf seine Ratstätigkeit zurückzuführen. Denn die „parlements“ (dazumal regionale Verwaltungs- und Gerichtseinrichtungen) kämpften an vorderster Front um ihren politischen Einfluss in der Verfassung des Ancien Régime. Sie versuchten den Absolutismus des Königs zu beschränken, der unterstützt von seinen intellektuellen Helfershelfern hobbesianischer Prägung das Land ganz nach seinem persönlichen Belieben regierte. Schliesslich besass die Alleinherrschaft Ludwigs XIV. aus verfassungsrechtlicher Sicht keine Legitimation und war somit rechtswidrig.

Die Zeit Montesquieus war nicht nur durch den Absolutismus geprägt, der dazumal auf seinem Höhepunkt stand, sondern auch durch das Aufkommen der Aufklärung. Bei ihr handelt es sich um eine Kulturbewegung, welche die Vernunft ins Zentrum stellte und die sich von althergebrachten Traditionen, politischen Institutionen und der Religion zu lösen versuchte. In Frankreich begann man die Staats- und Gesellschaftsverfassung Englands aber auch seine naturwissenschaftlichen und philosophischen Werke zu studieren. Während die neuen Ideen der Aufklärung in England traditionsgebunden blieben, radikalisierten sie sich jedoch im Denken der Franzosen und bereiteten letztlich der Französischen Revolution den Weg vor. (Siehe dazu auch den Beitrag über die „Grosse Furcht von 1789“!)

Montesquieu persönlich betrachtete sich jedoch keineswegs als sozialer Revolutionär. Selbst der Adelsklasse entstammend vertrat er vehement die Rechte und Privilegien seines Standes. Nichtsdestotrotz weisen seine Schriften einen sehr rebellischen und gesellschaftskritischen Charakter auf. Seine Autorenschaft war daher ebenfalls nicht ganz von Befürchtungen frei – auch wenn ihm sein Adelsstand und sein grosses öffentliches Ansehen keinen unbedeutenden Rechtsschutz gewährten. Schliesslich war er wie jeder andere gezwungen, seine Bücher unter dem Regime der Zensur zu publizieren.

Zu seinen bekanntesten Werken zählt unter anderem die „Persischen Briefe“ (Lettres Persanes, 1721). Es wurde aufgrund der zensorischen Hürde unter dem Deckmantel des Anonymus‘ veröffentlicht, doch seine Identität wurde schon sehr bald aufgedeckt. Bereits dieses Erstlingswerk zeichnete Montesquieu als einen sehr gefährlichen Regimegegner aus. Der Nachwelt in Erinnerung geblieben ist der Baron de Brède et Montesquieus jedoch vor allem wegen seines Hauptwerks „Vom Geist der Gesetze“ (De L’Esprit de Lois), an dem er ganze vierzehn Jahre gearbeitet hat (1734-1748). Der König und die kirchlichen Autoritäten haben seine Ausführungen natürlich als Angriff auf ihre Machtstellung gewertet und sie vernichtend kritisiert. Zwei Jahre nach seinem Erscheinen landete Montesquieus Glanzwerk schliesslich auch auf dem „Index“, dem Verzeichnis der für Katholiken verbotenen Bücher (1750).

Der Despotismus, der auf die Idee von der „Verfügungsgewalt des Herrn über seine Sklaven“ zurückgeht und im Verlaufe der Epochen viele verschiedene Formen angenommen hat, steht in allen Werken Montesquieus im Mittelpunkt. Im Allgemeinen definiert wird er als die willkürliche Alleinherrschaft eines Einzelnen oder einer einzelnen Gruppe. Die Despotie, über die man „nicht ohne Schaudern sprechen kann“, wie Montesquieu es ausdrückte, diente ihm in allen seinen Schriften als das Negativbeispiel einer guten staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung. Obwohl er sie als Beispiel heranzog, um die Zustände im eigenen Land zu kritisieren, hat er aber (wohl aufgrund der herrschenden Zensur) ihr Vorkommen in Europa geleugnet und nur indirekt den despotischen Charakter seiner eigenen Regierung offengelegt.

In seinen Werken erweckte er einerseits den Anschein, als ob die Despotie nur ausserhalb Westeuropas existiere, verlegte er sie doch räumlich kurzerhand nach Asien und in den Nahen Osten (Persisches Reich, Türkei, China, Japan, Russland). Andererseits führte er längst verfallene Reiche als Beispiele auf. Dabei bezog er sich auf die antiken griechischen Vorläufer und vor allem auf die ersten römischen Republiken, die sich der ständigen Bedrohung durch verschiedene Gewaltherrscher ausgesetzt sahen. Mit ihnen beschäftigte sich Montesquieu auch ausführlich in einem weiteren bedeutenden Werk, das den Titel „Betrachtung über die Ursachen der Grösse und des Niedergangs der Römer“ (Considérations sur les causes de la grandeur des Romains et de leur décadence“, 1734) trägt.

Nach Meinung Montesquieus darf eine Gesellschaft, deren Staat auf einer freiheitlich-republikanischen Verfassung basiert, niemals willkürlichen Entscheidungen und Forderungen durch die Regierung und ihre öffentlichen Amtsinhaber ausgeliefert werden. Die Verfassung der Freiheit muss also Vorsorge treffen, um die Bürger vor der Willkür zu schützen. Geschützt werden können sie wiederum nur durch die Verteilung der Macht (Exekutive, Legislative, Judikative) und die gegenseitige Kontrolle der Amtspersonen. Nur auf diesem Wege werden die notwendigen Bedingungen geschaffen, um die Freiheit der Bürger aufrecht zu erhalten.

Mit seiner politischen Einstellung wandte sich Montesquieu von grundsätzlichen und althergebrachten Herrschaftsvorstellungen ab. Davor war man jahrhundertelang davon überzeugt gewesen, dass es gerade die Angst vor dem Herrscher sei, die eine Herrschaft überhaupt erst legitimiere und eine Gesellschaft begründe. Erst durch seine Lehre von der Verteilung der Macht und mit Einzug der Aufklärung, die sie propagierte und die politische Macht des Bürgertums stärkte, lernte die Mehrzahl der politisch Interessierten diejenigen Staatsformen zu verachten, in denen Furcht, Angst und Schrecken das Handeln der Bürger beeinflussen.

 

„Die politische Freiheit des Bürgers ist jene Ruhe des Gemüts, die aus dem Vertrauen erwächst, das ein jeder zu seiner Sicherheit hat. Damit man diese Freiheit hat, muβ die Regierung so eingerichtet sein, daβ ein Bürger den anderen nicht zu fürchten braucht.“

 

 

Kampfansage an den Absolutismus

Montesquieu erkannte wie viele seine Zeitgenossen die Gefahr, die der Absolutismus für die Freiheit, Sicherheit und Ordnung der Gesellschaft darstellte. Seine Umsetzung verlangt schliesslich eine Zentralisierung der Herrschaftsmacht und somit die Ausschaltung der Verfassung und Zwischengewalten (zu seiner Zeit Parlamente und Adel), deren eigentliche Aufgabe es doch ist, eine willkürliche Regierungsgewalt zu beschränken.

Ludwig XIV.

Abb. 2) Der selbsternannte „Sonnenkönig“ Ludwig XIV.

Der Absolutismus wird als eine Regierungsform der Monarchie definiert, in welcher der Monarch die uneingeschränkte Herrschaftsgewalt verkörpert. Die Theorie, auf der er basiert, bildete sich seit dem 14. Jahrhundert aus. Grund war das Verhältnis zwischen kirchlicher und weltlicher Macht gewesen, das sich während des Mittelalters immer mehr verschlechtert hatte und Spannungen hervorrief, wollten doch beide ihre Vorrangstellung durchsetzen. Die Folgen dieses Konkurrenzkampfes äusserten sich in erster Linie in den sogenannten „Glaubenskriegen“, die Europa über die Jahrhunderte hinweg erschütterten.

Der Absolutismus nahm im Verlaufe der Epochen ebenfalls verschiedene Formen an. Der absolutistisch-monarchische Staat zur Zeit Montesquieus legitimierte sich im Wesentlichen durch die radikal-materialistische Souveränitätslehre eines Jean Bodins (1530-1596) und Thomas Hobbes‘ (1588-1679). Sie sollte dem Entstehen einer starken Staatsgewalt endlich zum Durchbruch verhelfen und die ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen in Europa endgültig beenden. Die Lehre von der allesumfassenden Souveränität geht von der Grundannahme aus, dass nur ein starker und uneingeschränkter Herrschaftswille die zerstörerische Selbstsucht des Einzelnen überwinden könne. Wolle man die vollständige Anarchie verhindern, müssten sich alle Untertanen eines Landes der uneingeschränkten Macht des Herrschers unterwerfen, um Ordnung und Frieden erhalten zu können.

In Frankreich hatte der Durchbruch der Souveränitätslehre die Vereinheitlichung von Kirche und Staat zufolge. Der Papst legitimierte fortan die Macht des weltlichen Herrschers, indem er sie als „gottgewollt“ bestätigte; der König seinerseits räumte der Kirche unter anderem spezielle Herrschaftsprivilegien ein und gewährte ihr umfangreiche Land- und Herrenrechte zu. Der monarchische Absolutismus, der im 17. und 18. Jahrhundert seinen Höhepunkt erreichte, wurde in erster Linie durch König Ludwig XIV. (1638-1715) durchgesetzt, wie auch in seinem berühmten Ausspruch „der Staat, das bin ich“ (L’état c’est moi) zum Ausdruck kommt. Mit Hilfe der höfischen Zentralisation in Versailles wusste er geschickt, die Macht des Adels und der Stände weitgehend auszuschalten (daher wird seine Regierungsform auch oft als „Höfischer Absolutismus“ bezeichnet).

Der absolutistisch-monarchische Staat Ludwigs XIV. zeichnete sich durch eine unfreie Gesellschaftsordnung und zentralisierte Verwaltung aus. Da der Wille des Königs absolut war und nur er das Gewaltmonopol besass, lenkte er das gesamte Leben der Untertanen, ohne durch Kontrollinstanzen in seiner Macht beschränkt zu werden. Der Absolutismus seiner Zeit war daher auch durch seine normierenden und regulierenden staatlichen Eingriffe in das Privatleben geprägt. Die Lebensverhältnisse des regierenden Volkes wurden gänzlich der königlichen Bürokratisierung unterworfen. Dies galt auch für die Aristokraten, die ihm als Hoflakaien zu Diensten sein mussten, wenn sie denn in der Gunst des Königs bleiben und ihren Status erhalten wollten.

Besonders besorgt war Montesquieu aber auch über Ludwigs XIV. weitreichende Vorbildfunktion, die über die Grenzen Europas hinaus die Machtansprüche anderer Monarchen beeinflusste. Vor allem die europäischen Herrscher eiferten ihm schon bald nach, was sich insbesondere auf sozialem Gebiet sehr negativ auf die Untertanen auswirkte. Die Aufklärung, die ihre Kraft aus diesem Spannungsverhältnis bezog und sich schon bald zur „Bürgerbewegung“ entwickelte, läutete in Europa am Ende einen Paradigmenwechsel ein. Er verhalf der republikanischen Staatsverfassung und damit den modernen Demokratien zum Durchbruch.

 

„In den despotischen Staaten kann der Fürst selbst richten, in den Monarchien dagegen nicht, denn sonst wäre die Verfassung zerstört und die vermittelnden Gewalten ausgeschaltet; man würde das Aufhören aller Förmlichkeiten der Rechtsprechung erleben und Furcht würde sich der Herzen aller bemächtigen; man würde bleichen Schrecken auf allen Gesichtern lesen, und es würde kein Vertrauen, keine Ehre, keine Liebe, keine Sicherheit und keine Monarchie mehr geben.“

 

 

Gesellschaft: Geisteshaltung und Handlungsmotive
Benito Mussolini

Abb. 3) Diktatur Italien: Benito Mussolini prägte den Begriff „Faschismus“, der sich vom Wort „fasces“ (Rutenbündel) herleitet. Die „fasces“ waren die Attribute der sogenannten Liktoren und normalerweise auch noch mit einem Beil versehen. Die Liktoren dienten dem römischen Herrscher (Cäsar) als „Leibwache“ und „öffentliche Beamte“, die Angst verbreiteten und so Zwang auf die Bevölkerung ausübten.

Die Angst entscheidet über das Denken und Handeln der Menschen. Doch ihre Ängste (Angstvorstellungen) sind zumeist unterschiedlicher Natur, so auch im Fall von „Herrscher“ und „Volk“. Regierende werden fast durchwegs von der Furcht geleitet, ihre Machtstellung und ihr Vermögen zu verlieren, die Untertanen hingegen ihre Freiheit und ihr Leben. Um Montesquieus despotisches Prinzip „Furcht“ und die Gefahr zu verstehen, die es für die Demokratie darstellt, ist es wichtig zu wissen, auf welchen philosophischen Pfeilern er seine Theorien aufgebaut hat.

Der Begriff Gesellschaft ist seit jeher umstritten. Es gibt zwar viele unterschiedliche Meinungen darüber, wie sie zu definieren sei, doch grundsätzlich werden diese durch zwei konträre Grundüberzeugungen beherrscht – auch wenn die Grenzen zwischen ihnen fliessend sind. Die eine Seite betrachtet die Gesellschaft als ein diffuses Abstraktum, eine „höhere Einheit“, deren Fortbestand über dem Wohl und Überleben jedes Einzelnen steht. Die Gegenseite begreift sie als ein „Verbund einzelner Menschen“, in dem jedes Menschenleben wertgeschätzt wird und der nicht auf Kosten ihrer Mitglieder erhalten werden sollte. Vertreter der ersten Vorstellung gehen für gewöhnlich davon aus, dass das Verhältnis zwischen dem Einzelnen und der Gesellschaft statisch sei, also in unveränderlicher Form fortbesteht, ohne dass sie aufeinander einwirken. Die anderen hingegen sind der Auffassung, dass zwischen Mensch und Gesellschaft eine Wechselbeziehung besteht und die Gemeinschaft darum auch dynamischen Kräften unterworfen ist.

Traditionell mit der „Gesellschaft“-Debatte einher geht seit jeher die Grundsatzfrage, welche Merkmale und Wesensarten den Menschen denn überhaupt auszeichnen. Die Vertreter der ersten Vorstellung werden für gewöhnlich im weitesten Sinne von der Grundüberzeugung getragen, der Mensch sei von Natur aus „schlecht“. Sie halten ihn für ein asoziales, selbstsüchtiges, ausschliesslich auf seinen Eigennutz fokussiertes Wesen. Diese Anschauung vertrat auch der oben erwähnte englische Philosoph Thomas Hobbes, der die Maxime „Krieg aller gegen alle“ prägte. Seiner Souveränitätslehre nach müssen sich alle Angehörigen einer Gesellschaft der Herrschaft unterwerfen; sie müssen ihre Unfreiheit und wenn nötig auch ihren Tod in Kauf nehmen, damit keine Anarchie ausbricht und die „höhere Einheit“, also die Staatsgesellschaft, in ihrer unveränderten Form fortbestehen kann.

Die Verfechter der zweiten Gesellschaftsvorstellung hingegen gehen für gewöhnlich davon aus, dass die Menschen von Natur aus „gut“ sind und sich nicht aus eigennützigen Gründen, sondern aufgrund ihrer naturgegebenen Veranlagung zu Gruppen zusammenschliessen, um auf diese Weise die Überlebenschancen jedes einzelnen zu verbessern. Zwar würden sich die Menschen eines Kollektivs in ihren Leidenschaften, Wünschen und Begierden unterscheiden, doch sie alle besässen auch existenzielle Grundbedürfnisse, die sie miteinander teilen und daher verbinden. Aus diesem Grunde würden sie auch vom Verlangen gesteuert werden, sich für das Wohl eines anderen einzusetzen.

Charles-Louis de Montesquieu vertrat in beiden Fällen entschieden die zweite Version. Auch für ihn stellte die „Gesellschaft“ kein künstliches Werk der Menschen dar, das erst durch politische Entscheidungen oder Verträge ins Leben gerufen wird. Darüber hinaus vertrat er die Auffassung, dass sich aus dieser „natürlichen“ Beziehung der Menschen zueinander auch „natürliche“ Gesetze ergeben, die ihrerseits wieder das Zusammenleben regeln (Naturrecht). Damit wandte sich Montesquieu von der jahrhundertelangen Glaubenstradition der „Herrschaft“ ab, die gerade in der Verbreitung der Angst das Fundament ihrer Regierungsmacht legitimiert sah – wie auch im berühmten Ausspruch des römischen Cäsars und Gewaltherrschers Caligula zum Ausdruck kommt: „Mögen sie mich hassen, solange sie sich fürchten“.

Schon immer gefragt haben sich die Gelehrten natürlich auch, was „Es“ ist, das Kollektive zusammenhält und so auch Montesquieu. Er war davon überzeugt, dass es der „esprit général“ (Geisteshaltung) sei sowie spezielle „principes“ (Prinzipien), die sich aus der Leidenschaft und Gesinnung ergeben und die handlungsleitenden Motive eines Volkes darstellen. Ihm zufolge wird das Besondere einer Gesellschaft dadurch bestimmt, wie die Menschen ihre eigene Gemeinschaft erfahren, welche Überzeugungen, Traditionen, Gebräuche, Sitten und Gewohnheiten sie verinnerlicht haben und welche Meinungen darüber, was als „gut“ eingestuft wird, die gesellschaftliche Wirklichkeit prägen und beleben.

Die Geisteshaltung eines Volkes und die Prinzipien werden nach Montesquieu durch klimatische, topographische, religiöse, konstitutionelle oder historische Gründe bedingt und manifestiert sich in der Gesellschaftsordnung, in den Gesetzen, Institutionen und Verfassungen, die sie hervorbringen. Sie wirken sich ihrerseits wieder auf die Ziele der Gemeinschaft, ihre Leidenschaften oder Strukturen aus. Damit vertrat Montesquieu ebenfalls die seit jeher unpopuläre Auffassung, dass die Beziehung zwischen „Herrschaft“ und „Volk“ keinen statischen Charakter besitzt, sondern einem dynamischen Prozess und damit der Wechselwirkung unterliegt.

 

„Ich sagte schon, daβ die Angst die Menschen dazu triebe, einander zu fliehen; aber Anzeichen für das Vorhandensein der gleichen Furcht bei den anderen würden sie bald dazu bewegen, sich einander zu nähern“

 

 

Despotien und das Prinzip „Furcht“
Joseph Goebbels

Abb. 4) Willkürliche Herrschaftsmacht und Günstlinge: Die Nationalsozialisten haben nicht nur ihre jüdisch-deutschen Mitbürger getötet, sondern auch ihre Alten und Behinderten – was in der Debatte um ihr Regime jedoch kaum Erwähnung findet. Joseph Goebbels (rechts im Bild) war nicht nur Hitlers engster Vertrauter, sondern auch Leiter der Reichspropaganda. Goebbels selbst war jüdischer Abstammung und durch seinen Klumpfuss gehbehindert.

Montesquieu bediente sich in seinen Werken dreier Staatsformen, um seine Theorien an ihrem Beispiel zu verdeutlichen: Monarchie, Republik und Despotie. Der Despotismus ist für ihn das Negativbeispiel par excellence und stellt die übelste Form der Herrschaft von Menschen über Menschen dar. Denn er stellt überhaupt keine Regierungsform dar, sondern vielmehr eine Regierungsgewalt, die sich gerade dadurch auszeichnet, dass sie keine Form besitzt. Schliesslich legitimiert sich die Despotie durch kein Staats- und Verfassungsrecht, sondern wird einzig durch die Angst aufrechterhalten. Aus diesem Grunde, so war Montesquieu überzeugt, zeichnet sie sich auch durch ein Hauptmerkmal besonders aus: die Selbstzerstörung.

Montesquieu definierte den Despotismus als das persönliche Regime eines Einzelnen, der durch keine rechtlichen und politischen Institutionen oder sonstigen von ihm unabhängigen Machtstrukturen in der Ausübung seiner Willkürherrschaft behindert wird. Sein Wille ist Gesetz und sämtliche anderen Bewohner des Landes sind seinen Launen, Leidenschaften, Wünschen und Begierden ausgeliefert. Da sich diese immer wieder verändern können, besteht in der Despotie im juristischen Sinne auch kein Recht und kein Gesetz, das kontinuierlich Geltung besitzt. Aus diesem Grunde ist nicht nur die Stabilität und Ordnung, sondern ebenso der despotische Staat selbst immer in Gefahr, vernichtet zu werden.

Staatliche Ziele werden in den Despotien nicht verfolgt. Was der Despot unternehmen will, wird zum „Unternehmen des Staates“. Das Recht auf Privateigentum existiert ebenfalls nicht. Die Untertanen sind jederzeit von der Enteignung bedroht und werden darüber hinaus selbst als Eigentum des Herrschers betrachtet. Was immer der Despot will, das nimmt er sich; wen er schätzt, der wird sein Günstling; wen er hasst, den lässt er töten. Er kann Personen reich und mächtig machen oder aber wirtschaftlich und gesellschaftlich vernichten.

„In den Despotien wächst die Furcht aus den Drohungen und Strafen von selbst heran“, wie Montesquieu es ausdrückt. Daher stellt die Despotie für ihn auch eine Staatsform dar, die durch das Prinzip „Furcht“ beherrscht wird. In der despotischen Gesellschaft gibt es weder Freundschaft, Liebe noch Treue, soweit sie nicht erzwungen werden. Ihre Mitglieder werden von der Hoffnungslosigkeit, dem Neid und der Eifersucht beherrscht, versucht doch jeder ängstlich, die Gunst des Herrschers zu erhalten und für sich nutzbar zu machen, um seinen eigenen Status zu verbessern und sein Überleben zu gewährleisten. Jeder unterdrückt den “Schwächeren“, und jeder unterwirft sich dem “Stärkeren“.

In den Despotien muss „die Furcht jeglichen Mut niederhalten und das geringste Gefühl von Ehrgeiz ersticken“, wie Montesquieu in seinem Hauptwerk schreibt. Jeder, der etwas zu verlieren hat, ist darum bemüht, nicht die Aufmerksamkeit oder gar den Zorn des Herrschers oder seiner Lakaien auf sich zu ziehen. Die Angst treibt die Menschen in die Selbstisolierung und damit in den Privatbereich zurück. Die Kommunikation nach aussen wird auf ein Minimum reduziert. Die Öffentlichkeit wird vom Schein und der Meinungslosigkeit beherrscht, wirklich wichtige Informationen werden nur im Geheimen weitergegeben oder vor anderen verborgen. Die einzige wirkungsvolle Revolte des Einzelnen gegen das Zwangssystem ist Montesquieus Meinung nach nur die Selbsttötung, wie er in den „Persischen Briefen“ darlegt.

Josef Stalin

Abb. 5) Russische Diktatur: Die Angst vor dem Despoten Josef Stalin war dermassen gross, dass seine Leiche erst mehrere Tage nach seinem Tod entdeckt wurde. Seine Bediensteten und Beamten hatten sich zu sehr davor gefürchtet, ihn zu stören.

Montesquieu ging ausführlich auf die Furcht der Untertanen ein, die ihr gesamtes Handeln dominiert. Sein Hauptinteresse galt jedoch vielmehr der Angst des Despoten. Sie ist der Grund, warum die Despotie formlos bleibt und einen selbstzerstörerischen Charakter besitzt. Schliesslich ist die Allmacht des Despoten auch seine und des Staates höchste Gefährdung, da die Revolution des Volkes gleichsam in das despotische Gewaltkonzept miteingebaut ist. Wo die Herrschaftsstellung nur durch die Ausübung von Gewalt legitimiert wird und die Gewalt der einzige Ursprung der Macht ist, kann sie sich schliesslich auch gegen den Despoten selbst richten.

Der „Despotismus ist so furchtbar, daβ er sich sogar gegen die wendet, die ihn ausüben“, stellte Montesquieu daher auch fest. In den Despotien müssen nicht nur der Despot, sondern auch seiner Günstlinge jederzeit um ihre Stellung und ihr Leben fürchten. Gemeinsam sind sie gezwungen, zu jedem Zeitpunkt möglichen Rebellionen zuvorzukommen und sich vor der Aggression der Untertanen zu schützen. Da sie der ständigen Bedrohung ausgesetzt sind, ist ihr Angstpotenzial auch weitaus grösser, als das der Bevölkerung, die sie mit Drohungen und Strafen in Schach zu halten versuchen. Aus diesem Grunde werden von ihrer Seite auch kontinuierlich neue Ängste geschürt und Gewalt ausgeübt.

Dass es immer der Geängstigte ist, der andere in Angst zu versetzen sucht, erkannte auch Montesquieu. Der Despot und seine Günstlinge versuchen daher auch unentwegt, ihre Angstenergie auf das Volk abzuwälzen, um die eigene Furcht zu bewältigen. Schliesslich können beide nicht an die Ehrbarkeit der Bevölkerung appellieren oder auf eine kanalisierende Wirkung irgendwelcher Institutionen hoffen. Die Furcht des Despoten und der politisch-administrativen Klasse stellen somit das wesentliche Stabilitätsinstrument der despotischen Herrschaft dar. Wenn „die Furcht fehlt, hat das Volk keinen Beschützer mehr“, erklärt Montesquieu in seinem Hauptwerk. Darum muss sich der Alleinherrscher auch ständig bedroht fühlen, damit der Staat überhaupt erhalten werden kann.

Nach Montesquieu werden sowohl Herrscher als auch Volk durch die Furcht fremdbestimmt. Die allesbeherrschende Angst verdammt sämtliche Menschen zu einer Art aktiven Passivität. Sie handeln nicht mehr, sondern reagieren nur noch. Die Verfolgung eines Ziels oder einer Aufgabe, die gemeinsames Handeln voraussetzt, ist daher auch nicht möglich. Während in der Monarchie und der Republik das „gute“ Handeln durch die aktive Teilnahme ihrer Mitglieder die Sicherheit und Ordnung gewährleistet, herrscht in der Despotie die Unmenschlichkeit, da nur noch „Instinkt, Gehorsam und Züchtigung“ sie zusammenhält.

 

„Wie die Republik der Tugend und die Monarchie der Ehre bedarf, so bedarf die despotische Regierung der Furcht: die Tugend ist hier unnötig und die Ehre wäre gefährlich. Die unermeβliche Macht des Fürsten geht hier ganz auf die über, denen er sie anvertraut. Leute mit starkem Selbstvertrauen wären hier imstande, eine Revolution herbeizuführen.“

 

 

Republik und Demokratie
James Gillray (1793) - Franzoesische Revolution

Abb. 6) Der kurze Weg von der Republik zum despotischen Regime: Die Wortführer der Französischen Revolution schrieben sich „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ auf die Fahnen. Kaum an der Macht, führten sie eine Diktatur der Revolutionsregierung ein. Karikatur von James Gillray (1793).

Montesquieu bediente sich der drei Staatsmodelle Monarchie, Republik und Despotie zur Darstellung seiner Theorien. (Sie dienten ihm jedoch nur als „Idealtypen“, die keineswegs rein und unvermischt in der gesellschaftlichen Wirklichkeit anzutreffen sind.) Während in der Despotie das Prinzip „Furcht“ das handlungsleitende Motiv von Politik und Gesellschaft darstellt, ist es seiner Meinung nach in der Monarchie die „Ehre“ und in der Republik die „Tugend“, worunter er die „Liebe“ zur Verfassung (Vaterland) verstand.

Obwohl Montesquieu selbst durch und durch ein Aristokrat war und die Monarchie keineswegs abgeschafft sehen wollte, vertrat er doch die Auffassung, dass in einem republikanischen Staat Freiheit und Gerechtigkeit am besten umzusetzen seien. Die freiheitliche Verfassung der Republik setze schliesslich die Gleichberechtigung aller Bürger voraus, und dies nicht nur im Sinne des Rechts, sondern auch der Lebensweise. Die Tugend der „Liebe“ (die er als „politische Tugend“ bezeichnet hat, um sie von der religiösen Vorstellung zu trennen) verlange jedoch die Selbstkontrolle und Selbstunterwerfung unter das Gemeinwohl und somit eine ständige Bevorzugung des öffentlichen Interesses gegenüber dem Eigeninteresse.

Charles-Louis de Montesquieu war der Überzeugung, ein Bürger der Republik würde – bei entsprechender Erziehung und bei angemessenen Gesetzen – aus Liebe zum eigenen Land politisch aktiv werden und „Positives“ für seine Gemeinschaft tun. Schliesslich vertrat er die philosophische Auffassung, dass der Mensch grundsätzlich zum Guten neige und die Mitglieder einer republikanischen Gesellschaft von sich aus tugendhaft handeln würden, da sie dank ihrer Verfassung nicht von der Angst beeinflusst werde.

Beschrieben hat er die Republik als eine Staatsform, die keine übergeordnete Herrschaftsmacht kennt, die ihre Angehörigen in ihren Handlungen zügelt und leitet. Daher ist sie auch nur solange funktionsfähig, wie ihre Angehörigen die politische und gesellschaftliche Ordnung selbst aufrechterhalten. Erhalten werden kann sie wiederum nur, wenn jeder einzelne die Verfassung als höchstes Gut liebt und verteidigt und diese Vaterlandsliebe im Bewusstsein der Bevölkerung präsent bleibt. Das gute Handeln treibt schliesslich auch den dynamischen Prozess an, der die Wechselbeziehung zwischen den herrschenden Amtsinhabern und dem Volk bestimmt.

Um die politische Tugend im Bewusstsein des Volkes aufrecht zu erhalten, war es seiner Anschauung nach unumgänglich, dass Einkommen und Vermögen nahezu gleichmässig verteilt werden. In den Republiken müsste die gesamte Bevölkerung ein gemässigtes und genügsames Leben führen, das nur durch öffentliche Feste oder den Bau von Gemeinschaftseinrichtungen unterbrochen wird. Nur durch dieser Lebensweise sei schliesslich auch die Habgier und das private Gewinnstreben zu unterdrücken, die einen freiheitlichen Staat unweigerlich in den Despotismus abgleiten lassen. Besonders prädestiniert in ihn abzurutschen war seiner Meinung nach daher auch die republikanische Staatsform der Demokratie.

Montesquieu ging bereits in den ersten Büchern seines Hauptwerks auf die demokratische Verfassung ein. Die Demokratie wurde von ihm als eine Art Kaufmanns-Republik definiert. Er hielt fest, dass deren handlungsleitendes Motiv jedoch nicht die „Tugend“ sei und somit nicht durch die Liebe zum Vaterland bestimmt werde. Sie werde vielmehr durch das Prinzip des „Handelsgeistes“ belebt und stelle daher auch eine Abweichung von seinem Idealtypus der Republik dar. Schliesslich würden in der Demokratie einige wenige sehr viel Vermögen anhäufen, ohne dass die Sitten anscheinend darunter zu leiden hätten.

Charles-Louis de Montesquieu war kein Freund der Demokratie oder anderer republikanischer Staatsformen, die dem Prinzip des „Handelsgeistes“ folgen. Mit Schaudern stellte er fest, dass in solchen „auch mit allen menschlichen Handlungen und allen sittlichen Tugenden Handel getrieben wird: selbst die kleinsten Dinge, die die Menschlichkeit gebietet, werden dort nur gegen Geld getan oder gewährt“. Zwar sah er vor allem in der republikanischen Verfassung Englands die richtige Ordnung verwirklicht, wo sie zu jener Zeit die politische Freiheit am stärksten begünstige. Doch obwohl er von ihr fasziniert war, besass er eine sehr grosse Abneigung gegen die Engländer selbst, die seiner Meinung nach das Geld noch mehr schätzen als Ehre und Tugend. Auch über die Handel treibenden Niederländer urteilte er negativ und erklärte, dass alle Herzen der Bewohner des Landes vollkommen verrottet seien.

 

„Bei uns sind alle Charaktere gleichförmig, weil sie unter Zwang stehen. Man sieht die Menschen keineswegs, wie sie sind, sondern, wie man sie zu sein zwingt. In dieser Knebelung von Herz und Geist hört man nur Furcht, die nur eine Sprache hat, und nicht Natur reden, die sich auf verschiedene Weise ausdrückt und unter so vielerlei Formen erscheint.“

 

 

Die Gefahr „Wirtschaft“
Alexander der Grosse

Abb. 7) Alexander der Grosse aus Makedonien (4. Jahrhundert v. Chr.): Seinem beispiellosen Eroberungskrieg folgte der Handelskrieg. Kaum war er gestorben, zerfiel sein riesiges Reich.

Montesquieus Überzeugung nach führt der Handel zur Bildung grosser Vermögen und Vorherrschaft massiver Privatinteressen. Sie würden letztlich die Ausbildung einer Allein- und Willkürherrschaft begünstigen. Die Ökonomie betrachtete er aus diesem Grunde als eine tendenzielle Gefährdung für den Fortbestand von freiheitlichen Republiken und ihrer Gesellschaften.

Von der Bedrohung betroffen waren seiner Meinung nach daher auch in erster Linie diejenigen Republiken, die vom Prinzip des „Handelgeists“ geleitet werden. Die schleichende Gefahr sah Montesquieu in der natürlichen Wirkung des Handels selbst. Zwei Völker, die ihn miteinander treiben, seien zwar zum Frieden geneigt, würden jedoch auch wechselseitig voneinander abhängig werden. So würden letztlich alle Verbindungen nur darauf beruhen, die wechselseitigen Bedürfnisse zu befriedigen, wodurch sich erneut Zwänge und Ängste ergeben. Seien die Handelsverbindungen erst einmal geknüpft, würde zwar nicht mehr der Krieg, dafür aber die Wirtschaftsinteressen fortan die Aussenpolitik bestimmen. Die Folge seien Republiken, die der Tugend nicht mehr bedürfen und ihre freiheitliche Verfassung von innen aushöhlen.

Natürlich war auch Montesquieu klar, dass es einen engen Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher und politischer Ordnung gibt und sich eine politische Verfassung und Wirtschaftsordnung einander bedingen. Er war aber der Überzeugung, der Geist des Handels dürfe auf keinen Fall die Politik bestimmen, um das Mächtegleichgewicht im freiheitlichen Staat zu erhalten. Für den Erhalt einer republikanischen Gesellschaft sei es daher von immenser Bedeutung, dass die führenden Politiker ihre Macht nicht dazu missbrauchen können, für sich Kapital aus ihren wirtschaftlichen Kontakten heraus zu schlagen und es dem Gemeinwohl vorzuenthalten. Sei dieser Zustand bereits eingetreten, wäre dies am Fortschreiten des Sittenverfalls zu beobachten, der sich durch ein selbstsüchtiges und eigennütziges Verhalten auszeichne.

Montesquieu sah nur eine Lösung, um einen „positiven“ Handel und die „richtige“ ökonomische Entwicklung zu fördern: die personelle Trennung der Führungsschichten von Wirtschaft und Politik. Sie alleine könne das direkte Eindringen ökonomischen Denkens in den Bereich des Politischen verhindern. Aus dieser Anschauung resultierte auch seine Auffassung, dass die Demokratien ganz besonders gefährdet seien, ihre freiheitliche Verfassung ausser Kraft zu setzen. Denn hier sei eine derartige Trennung unmöglich, stellen die politischen gleichzeitig die wirtschaftlichen Aktiven dar.

In seinem Hauptwerk betonte Montesquieu, dass der „Handelsgeist“ zwangsläufig in den Despotismus führe, da die Menschen Sonderwünsche entwickeln würden, die ihrerseits wieder Begierden wecken. Die Habgier, die daraus erwachse und mit dem Erwerb von Reichtümern zunehme, zerstöre schliesslich die republikanische Gesinnung. Denn in diesem Zustand würden die „natürlichen“ Gesetze nicht mehr als die eigenen erfahren werden, sondern vielmehr als Hindernisse, die den Eigeninteressen zuwiderlaufen und die man schliesslich zu umgehen versucht.

Die Gier nach Luxus und Annehmlichkeiten, „die man sich durch die Arbeit anderer verschafft“, stellte für Montesquieu sodann auch der Hauptgrund für eine nicht-republikanische Entwicklung dar. Republiken, die sich dem Handelsprinzip ergeben, tendieren ihm zufolge immer zur Staatsform der Monarchie hin, wo der Reichtum ungleich verteilt ist. Schliesslich belege die Verfassungsgeschichte der antiken Griechen und der römischen Republiken eindeutig, dass nur Völker, die den Reichtum verehren, sich willentlich der Herrschaft eines Einzelnen oder einer einzelnen Gruppe unterwerfen.

 

„Die Menschen sind wirklich unglücklich! Sie treiben ständig zwischen falschen Hoffnungen und lächerlichen Befürchtungen, und statt sich auf die Vernunft zu stützen, schaffen sie sich Ungeheuer, die sie schrecken, oder Phantasiegebilde, die sie verführen.“

 

 

Die Furcht in der Demokratie

Republiken und Monarchien sind laut Montesquieu in ständiger Gefahr, sich bei Abwenden von ihren Prinzipien in Despotien zu verwandeln. Vor allem der Demokratie und allen anderen republikanischen Staatsformen, die vom „Handelsgeist“ beseelt werden, stand er kritisch gegenüber. Dies brachte er auch in seinem Credo zum Ausdruck: „der Verfall einer jeden Verfassung beginnt fast immer mit dem Verfall ihrer Prinzipien“. Die Demokratien sind bereits von ihrer „Tugend“ abgekommen. Zwar war er der Meinung, dass sich nur die Despotie durch das Prinzip „Furcht“ auszeichne, doch für ihn stand ebenfalls fest: die Angst wirkt auch in der Demokratie als Triebkraft und bestimmt das Handeln der Menschen. Schliesslich würden sie sich ebenfalls um das Wohl und Ansehen ihres Vaterlandes ängstigen.

Auf diese demokratische Angst geht Montesquieu jedoch nicht ausführlich ein. Auch eine Antwort auf die Frage, ob es nun der Handelsgeist oder der Sittenverfall ist, der zur Abkehr von der republikanisch-freiheitlichen Verfassung führe und den Despotismus begünstige, bleibt er seinen Lesern schuldig. Der Montesquieu Kenner und historische Angstforscher August Nitschke jedoch versuchte in einem Aufsatz zur „politischen Angst“ diese Lücke beziehungsweise ihre Wechselwirkung mit folgender Erklärung zu schliessen:

„Diese Furcht [der despotischen Regime] äuβerst sich bei ihnen [den Demokraten] zwar je nach der Form der Demokratie, der sie angehören, verschieden, aber sie kennen sie durchaus. Bei wem die Vaterlandsliebe, die Treue zum eigenen Staat dominiert, wer also aus Tugend handelt, wie Montesquieu sagt, den beschleicht oft Angst in Gedanken an das künftige Geschick des eigenen Landes. … Sobald an die Stelle der Vaterlandsliebe in einer Demokratie die Freude am persönlichen Aufstieg, am eigenen Gewinn getreten ist, dann erwacht auβerdem meist die Furcht, man möchte als Person von den anderen nicht genug geachtet sein oder man möchte sich in unvorteilhafter Weise von ihnen unterscheiden. Diese Angst kann nicht nur ein Ansporn zu wirtschaftlicher Aktivität werden, sondern sie wirkt sich genauso in Mode, Sitte, ja sogar in der Moral aus: man will das tun, was die anderen für gut halten, und hat ein nicht zu unterdrückendes schlechtes Gewissen, wenn man nicht den ethischen Gesetzen folgt, die die offizielle Kirche, die maβgebliche Gesellschaft verkündet. … In unserem Zusammenhang ist nur wichtig zu bemerken: Für die Angst des »Demokraten« ist charakteristisch, daβ sie den Menschen dazu anhält, ein Verhalten zu wählen, das seinem Staat oder ihm selber die Anerkennung der Mitmenschen verschafft. Und diese Anerkennung gewinnt er nicht dadurch, daβ er den ihm angemessenen Platz in der Weltordnung einnimmt (und andere, indem er bei ihnen Furcht erweckt, auf die ihnen zustehenden Plätze drängt), sondern sie gewinnt er dann, wenn er für sich oder seinen Staat eine vor den anderen ungewöhnliche Machtposition erwirbt, ihnen Eindruck macht oder zumindest bei ihnen nicht auffällt. Die eigene Aktivität vermindert so die Gründe, die Angst auslösen können.“

Montesquieu beantwortete zwar nicht die Frage, ob es der Handel oder Sittenverfall ist, der die Demokratie in eine Despotie abdriften lässt. Er machte jedoch darauf aufmerksam, dass selbst in den despotischen Regimen Sitten, Gewohnheiten und religiöse Überzeugungen des Volkes Basis der Ordnung darstellen. Der Despot sei sogar gezwungen, diese in sein Herrschaftskonzept mit einzubeziehen, um seine Macht zu erhalten. Schliesslich seien die Untertanen dem Despoten nicht wirklich ausgeliefert. Vielmehr würden sie seine Willkürmacht begründen, da sie sich der auf sie abgewälzten Angst ergeben, anstatt ihr mit Mut zur Revolte zu begegnen und den bereits erwähnten „dynamischen Prozess“ in Gang zu setzen.

Für Charles-Louis Montesquieu war die Demokratie, die zwar eine freiheitliche Verfassung besitzt aber nicht dem Prinzip der „Tugend“ folgt, ein Sonderfall. Schliesslich stehen sich in ihrem Verfassungskonzept Geisteshaltung und Prinzip konträr gegenüber. Der „esprit général“ des demokratischen Volkes gründet zwar auf der Vorstellung, dass der Mensch „gut“ sei und das Gemeinwohl über allem stehe. Doch die Geisteshaltung findet im Verhalten der Menschen letztlich keine Umsetzung. Sie bleibt ein geistiges Konstrukt, das einzig als „positives Selbstbild“ in den Köpfen herrscht. Denn ihr „principe“, ihr handlungsleitendes Motiv, stützt sich auf die genau gegenteilige philosophische Auffassung (und muss es auch, um erfolgreich zu sein), dass der Mensch ein selbstsüchtiges, auf seinen Eigennutzen fokussiertes Wesen sei und die „Gesellschaft“ nur dazu diene, die persönlichen und materiellen Bedürfnisse zu befriedigen.

 

Am Ende seiner Satire „Persische Briefe“ beschreibt Montesquieu, wie die glückliche, von der Tugend der Bürger belebte Gesellschaft der Troglodyten wächst und deswegen meint, sie bedürfe eines Königs. Die Bürger wählen einen alten, weisen und gerechten Mann. Dieser aber bricht in lautes Wehklagen aus und sagt:

„Ich sehe genau, daβ euch eure Tugend schwer zu fallen beginnt. In dem Zustand, in dem ihr seid, ohne Oberhaupt, müβt ihr selbst gegen euren Willen tugendhaft sein: denn ohne dies könntet ihr nicht bestehen und würdet ins Elend eurer Vorfahren zurückverfallen. Aber diese Unterjochung der Selbstsucht scheint euch zu schwer. Ihr zieht es vor, Untertanen eines Fürsten zu sein und seinen Gesetzen zu gehorchen, die weniger rigide sind als eure Sitten. Ihr wiβt, dann werdet ihr eure Leidenschaft befriedigen können, ihr werdet Reichtümer ansammeln und in träge Wollust abschlaffen können, und ihr werdet – wenn ihr es nur vermeidet, groβen Verbrechen zu verfallen – der Tugend nicht mehr bedürfen.“

 

 

Handelsgeist und despotische Ökonomie
Francisco Franco

Abb. 8) Militärische Diktatur im Königreich Spanien: Der Despot Francisco Franco, der von 1936-1975 an der Macht war, führte mit seiner sogenannten „Autarkiepolitik“ die Wirtschaft seines Landes in den Ruin.

Montesquieu war davon überzeugt, dass alle Regierungsformen die Tendenz haben, sich selbst erhalten zu wollen. Die Despotie war seiner Überzeugung nach aber von dieser allgemeinen Regel ausgenommen. Sie tendiere vielmehr zur Zerstörung der Gesellschaft und damit des Staates. Denn letztlich werden in einem despotischen Regime nicht nur die Tugenden und Sitten vernichtet, sondern auch die Lebensgrundlage, da das Wirtschaftssystem dem Selbstzweck unterworfen wird. Der Verfall republikanischer Verfassungen würde sich daher auch in diesem Bereich durch ganz spezielle Merkmale ankündigen.

In einer Despotie ist „alles unsicher, weil alles willkürlich ist“, wie Montesquieu schreibt. Es werden existenzielle Ängste geschürt, da die Wirtschaft systematisch ruiniert wird, ist sie doch wie die Politik nicht zielgerichtet. Es wird nichts unternommen, was auf langfristigen Überlegungen basiert. Ihre Ökonomie ist folglich kurzfristigen und schnell realisierbaren Nutzüberlegungen unterworfen. „In derartigen Staaten wird nicht verbessert oder erneuert: die Häuser werden nur für ein Menschenleben gebaut; man entwässert die Böden nicht, man pflanzt keine Bäume; man beutet die Erde aus, aber man düngt sie nicht.“

Die despotische Wirtschaft ist ausschliesslich darauf ausgelegt, die Wünsche und Begierden der Herrschenden und ihrer Günstlinge so schnell wie möglich zu befriedigen. Luxusartikel werden nur für die Unterstützer des despotischen Systems hergestellt; für die armen Massen hingegen nur das Notwendigste (in erster Linie Essen und Kleidung). Gleichzeitig versuchen die Nutzniesser der Herrschaft ihr Vermögen vor dem Zugriff der Staatsführung zu schützen, indem sie ihr Geld dem Finanzkreislauf entziehen und heimlich Reserven anlegen. Auch das Kreditwesen wird ein Opfer der allgemeinen Unsicherheit und in „dunkle Kanäle“ abgedrängt, und so auch alle normalen wirtschaftlichen Transaktionen, um den korrupten Beamten vorzukommen, die durch ihre unkontrollierte Macht diese ständig bedrohen.

Die Korruption der herrschenden-administrativen Klasse wiederum verleiht dem despotischen Wirtschaftssystem gleichsam eine provisorische und nur vordergründige Stabilität. Schliesslich kann jede Machtstellung schon am nächsten Tage verloren gehen und jedes Vermögen konfisziert werden. Da sie sich frei von Kontrollen weiss, zieht sie alle nur möglichen Vorteile aus ihrer Teilhabe am Herrschaftsapparat, „denn ein Sklave, der von seinem Herren auserwählt wird, die anderen Sklaven zu tyrannisieren, wird, da er heute nicht weiβ, was ihm das Schicksal morgen bringt, sein ganzes Glück in der täglichen Befriedigung seines Stolzes, seiner Wünsche und seiner Begierden finden“.

Fruchtbares Wirtschaften und allgemeiner Wohlstand sind den Despotien fremd. Eigentlich müsste der Despot ein Interesse am Wohlergehen seiner Untertanen haben, sind sie doch gleichsam sein Eigentum, bemerkt Montesquieu. Tatsächlich aber sind sie ihm gleichgültig, ist er nur an der Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse interessiert. Und interessieren muss er sich auch gar nicht für sie, wird er doch trotz aller Armut des Volkes und dank der Ausbeutung seiner Arbeitskraft auch immer gut versorgt. Der Despotismus geht schliesslich von der Annahme aus, der Herrscher besitze die Verfügungsgewalt über seine Sklaven, doch „der Ruf nach Sklaverei ist der Ruf des Wohllebens und der Genuβsucht und nicht der Ruf der Liebe zum öffentlichen Glück.“

 

Ein Mann, der deshalb von seinen Mitbürgern für „verrückt“ erklärt wird, will nicht aufhören, die Ungerechtigkeiten in der Welt zu benennen und anzuklagen. Ein alter Freund fragt ihn indigniert, warum er denn all diese Ungerechtigkeiten ständig beklage und anklage. „Du wird die Welt nicht ändern“, versucht er ihn zur Zurückhaltung zu bewegen. „Das ist wahrscheinlich leider richtig“, sagt der Verrückte, „ich glaube kaum, dass ich die Welt ändern werde. Aber ich habe Angst, dass die Welt mich ändert.“ (Quelle unbekannt)

 

Montesquieus Betonung des „esprit général“ und der „principes“ hatte den Zweck, die Grenzen der Machbarkeit und des politisch Möglichen erkennbar zu machen, um dem Grössenwahn und Machthunger von Herrschern und durch sie manipulierte Untertanen in die Schranken zu weisen. Das Wohl eines Volkes, das sich eine freiheitlich-republikanische Verfassung gegeben hat, darf seiner Meinung nach niemals vom Willen und der Willkür der Regierung beherrscht werden. Die Allein- und Willkürherrschaft kann seiner Ansicht nach nur dann unterdrückt werden, wenn Regierende niemals souverän über der Gesellschaft stehen und eigenmächtig handeln dürfen.

Echnaton - Amenophis IV.

Abb. 9) Der älteste „Sonnengott“ Amenophis IV. (Echnaton), 14. Jahrhundert v. Chr.: Der Pharao gilt als Begründer des Monotheismus, den Glauben an nur einen, alles beherrschenden Gott.

Montesquieus Lehre von der Verteilung der Macht fand in einer Unzahl von modernen Verfassungen Eingang. Nichtsdestotrotz hielten jedoch die späteren Herrscher und Regierungen weiterhin am altbewährten despotischen Konzept, seinem Prinzip „Furcht“ sowie an der Vorstellung vom egoistischen und eigennützigen Menschen fest, den man, wenn nötig auch gewaltsam, unterwerfen müsse. Die Idee des Despotismus‘, die ihm antiken Griechenland erstmals ausführlich formuliert wurde und auf noch ältere Herrschaftsüberzeugungen zurückgeht, fand ihre Fortsetzung in den Ideologien des 19. und 20. Jahrhunderts. Seit dieser Zeit wird zwar zwischen „Absolutismus“ und „Totalitarismus“ (Alleinherrschaft einer Partei) unterschieden, doch blieben auch hier die Grenzen fliessend.

Es ist kaum möglich, das Bild, das wir von Montesquieu haben, von den geschichtlichen Ereignissen zu lösen, die nach seinem Tod die Welt verändert haben. Schliesslich ist seine Lebenszeit vor der amerikanischen Revolution, die zur Gründung der ersten modernen demokratischen Republik in einem grossflächigen Staat führte, oder auch vor der Französischen und Russischen Revolution angesetzt. „Die Gerechtigkeit, um die es ihm ging“, wie der Politikwissenschaftler und Montesquieu Kenner Michael Hereth jedoch bemerkt, „ist uns heute kaum mehr geläufig, weil fast alle unsere Kategorien und Denkmuster vom Fortschrittsglauben geprägt sind, der zu Lebezeiten Montesquieus zum Durchbruch kam, der ihn aber nicht erfaβte.“

Für Montesquieu war die Demokratie besonders gefährdet, sich in eine Despotie zu verwandeln, da ihre Gesellschaft vom Prinzip des „Handelgeists“ bestimmt wird. Der Philosoph und Sozialpsychologe Erich Fromm kam zum gleichen Schluss. Seiner Auffassung nach fand das Konzept der despotischen Allein- und Willkürherrschaft in den modernen Demokratien bereits eine Fortsetzung. Hier ist es jedoch die Ökonomie beziehungsweise sind es die Grossunternehmer und Monopolisten, die im 20. Jahrhundert ihre „autoritäre Macht“ manifestieren konnten und seither willkürlich über die Weltpolitik entscheiden. Das herrschende Prinzip wiederum ist die „Furcht vor gesellschaftlicher Ausgrenzung“. Sie bestimmt das Handeln der Weltbevölkerung und wirkt als Triebkraft zur Erhaltung eines Systems, das nicht nur den Eigennutz und den Konkurrenzkampf „aller gegen alle“ als Tugend verkauft, sondern auch die Unfreiheit und ein modernes Sklaventum fördert. (Mehr Infos dazu im Beitrag „Erich Fromm und die Angst vor sozialer Isolierung“!).

 

 

Literatur: Bayer, Erich (Hg.): Wörterbuch zur Geschichte. Begriffe und Fachausdrücke, 4. Auflage, Stuttgart 1974; Fuchs, Konrad und Raab, Heribert: Wörterbuch Geschichte, 12. Auflage, München 2001; Hartman, Martin und Offe, Claus (Hg.): Politische Theorie und Politische Philosophie, München 2011; Hereth, Michael: Montesquieu zur Einführung, Hamburg 1995; Montesquieu De, Charles-Louis: Vom Geist der Gesetze, Bd. I. und II. hg. v. Ernst Forsthoff, Tübingen 1951; Ders.: Persische Briefe, Wiesbaden 1947; Ders.: Betrachtung über die Ursachen der Grösse und des Niedergangs der Römer, Bremen 1958; Nitschke, August: Wandlungen der Angst, in: Die politische und gesellschaftliche Rolle der Angst, hg. v. Heinz Wiesbrock, Frankfurt a.M. 1967, S. 22-35; Schmiechen-Ackermann, Detlef: Diktaturen im Vergleich, 2. Auflage, Darmstadt 2006; Störig, Hans Joachim: Kleine Weltgeschichte der Philosophie, Frankfurt a.M. 1992; Wiesbrock, Heinz (Hg.): Die politische und gesellschaftliche Rolle der Angst, Frankfurt a.M. 1967.

Zitate: Montesquieu De, Charles-Louis: Vom Geist der Gesetze, Bd. I. und II. hg. v. Ernst Forsthoff, Tübingen 1951; Ders.: Persische Briefe, Wiesbaden 1947; Nitschke, August: Wandlungen der Angst, in: Die politische und gesellschaftliche Rolle der Angst, hg. v. Heinz Wiesbrock, Frankfurt a.M. 1967; Hereth, Michael: Montesquieu zur Einführung, Hamburg 1995 (Hier auch das Zitat ohne Quellenangabe).

Bildernachweise: Titelbild) Museum-Paris.de (Eingangstor von Versailles); Abb. 1, 3) Britannica.com; Abb. 2, 6) Wikipedia.de; Abb. 4, 7) Welt.de; Abb. 5) Commons.wikimedia.org; Abb. 8) Wdr.de; Abb. 9) Ideon.ch.

By |2020-05-20T07:45:43+00:00Mai 19th, 2020|AnGSt|0 Comments